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Rizinus

Rizinussaatgut richtig aussäen: Der umfassende Anbauleitfaden

Laboulet Semences12 Min. Lesezeit

Rizinus belohnt eine sorgfältige Aussaat und bestraft Nachlässigkeit. Bodentemperatur, Saattiefe, Standraum je Hybridtyp, Düngung und die unkrautfreien ersten 45 Tage: der komplette Leitfaden für den professionellen Anbau.

Rizinus (Ricinus communis L.) zählt zu den vielseitigsten Ölpflanzen der Welt. Seine Samen enthalten 35 bis 57 % Öl, den Rohstoff für Polyamid 11, Schmierstoffe, Biokunststoffe und Kosmetika. Zudem ist Rizinus ein hervorragendes Fruchtfolgeglied, das den Boden in besserem Zustand für die Nachfrucht hinterlässt. Bei allem Potenzial gilt jedoch: Rizinus belohnt eine sorgfältige Aussaat und bestraft Nachlässigkeiten. Eine falsche Bodentemperatur, ein unpassender Standraum oder verlorene Konkurrenz gegen Unkraut in den ersten sechs Wochen führen zu drastischen Ertragseinbußen.

Dieser Leitfaden fasst alles zusammen, was Sie für eine erfolgreiche Aussaat von Rizinussaat wissen müssen – von der Bodenvorbereitung bis zur frühen Bestandesführung. Die Empfehlungen beruhen auf Ergebnissen aus Feldversuchen und jahrzehntelanger Züchtungserfahrung und werden mit konkreten Standraumempfehlungen aus dem Rizinus-Hybridsortiment von Laboulet Semences veranschaulicht – darunter Zwerg-, Hoch- und Halbzwergtypen, die für die moderne, mechanisierte Landwirtschaft gezüchtet wurden.

Infografik mit den drei Säulen der Rizinusaussaat: Bodenvorbereitung bei 15 °C, Standraum je Hybridtyp und unkrautfreie erste 45 Tage

Die Rizinuspflanze verstehen

Rizinus gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). In seinem tropischen Ursprungsgebiet wächst er als mehrjähriger Baum mit bis zu fünf Metern Höhe, im Ackerbau gemäßigter Breiten wird er dagegen einjährig kultiviert. Moderne Hybridsorten erreichen je nach Sorte und Anbaubedingungen eine Pflanzenlänge von 1,20 Metern (Zwergtypen) bis drei Metern (Hochtypen).

Die Pflanze bildet eine kräftige Pfahlwurzel sowie flache Seitenwurzeln, die sich dicht unter der Bodenoberfläche ausbreiten. Der Haupttrieb endet in einem Blütenstand (der primären Traube), der in der Regel 40 bis 55 Tage nach der Aussaat erscheint. Nach der ersten Traube entwickeln sich an den Knoten nach und nach Seitentriebe, die jeweils in einer eigenen Traube enden. Bei modernen, gezielt gezüchteten Hybriden wie LS Peter bilden sich vier bis fünf synchron entwickelte Blütenstände. Das bündelt den Ertrag und ermöglicht eine saubere Ernte in einem Durchgang.

Dieses Wachstumsmuster ist für die Aussaatplanung entscheidend: Je früher die Aussaat (innerhalb sicherer Temperaturgrenzen), desto länger die Vegetationsperiode und desto mehr Trauben kann die Pflanze ausbilden – und desto höher fällt der Ertrag aus.

Klima- und Standortansprüche

Temperatur und Vegetationsperiode

Rizinus benötigt je nach Hybride eine frostfreie Vegetationsperiode von fünf bis acht Monaten. Der optimale Temperaturbereich während des gesamten Zyklus liegt bei 20–28 °C. Rizinus gedeiht unter ähnlichen Bedingungen wie Baumwolle, Mais und Sorghum und bringt auch auf Grenzstandorten noch Erträge, auf denen viele andere Kulturen versagen.

Kühle und feuchte Witterung verlangsamt das Wachstum jedoch erheblich und mindert den Ertrag. Anhaltender Regen über fünf Tage oder länger während der Blüte schädigt die Trauben durch Pilzbefall. Zur Ernte benötigt Rizinus zudem eine Trockenphase, um Kapselschimmel und Kapselabwurf zu vermeiden.

Niederschlag

Insgesamt 450 bis 1.000 mm gut verteilter Niederschlag während der Vegetationsperiode ermöglichen gute Erträge. Ideal ist eine Wasserversorgung mit Schwerpunkt zu Beginn: 100–125 mm pro Monat in den ersten drei Monaten (Etablierung und vegetatives Wachstum), danach abnehmend auf 25–60 mm pro Monat, wenn die Pflanze der Abreife entgegengeht. Fallen während der Vegetationsperiode weniger als 300 mm Niederschlag, ist bei ertragsstarken Hybriden eine Zusatzbewässerung erforderlich.

Bodenart und Bodenvorbereitung

Die höchsten Erträge werden auf Lehm- bis sandigen Lehmböden mit einer Gründigkeit von mindestens 50 cm erzielt. Aufgrund seiner ausgeprägten Pfahlwurzel verträgt Rizinus keine Tonverdichtungen oder undurchlässigen Schichten. Auch Flugsand ist nicht geeignet. Die Böden müssen gut drainiert sein – Rizinus verträgt keine „nassen Füße“. Der pH-Wert sollte mindestens 5 (in Wasser gemessen) betragen; Böden unterhalb dieses Schwellenwerts sind zu kalken.

Ein wichtiger Hinweis: Stickstoffreiche Böden fördern sehr lange Pflanzen, ohne den Ertrag zu steigern. Das erschwert die Ernte – insbesondere bei Zwerghybriden, die für die Mähdruschernte gezüchtet wurden.

Zur Bodenvorbereitung:

  • Leichte Standorte mit Verdichtungshorizonten – Untergrundlockerung wird empfohlen.
  • Schwere Böden – auf 30 bis 50 cm Tiefe pflügen. In gemäßigten Klimazonen sollten Tiefpflügen oder Untergrundlockerung im Winter erfolgen; dabei gleichzeitig Phosphat ausbringen.
  • Das Saatbett sollte eben, feinkrümelig und ausreichend feucht sein. Je nach Bedingungen Flachsaat vorbereiten oder unter Bewässerung auf Dämmen säen.

Wann wird Rizinus ausgesät?

Der Saattermin ist entscheidend und folgt einer Grundregel: Aussäen, sobald die Bodentemperatur in 20 cm Tiefe an drei aufeinanderfolgenden Tagen 15 °C erreicht. Unterhalb dieses Schwellenwerts verläuft die Keimung langsam und ungleichmäßig, und das Saatgut ist zu lange bodenbürtigen Krankheitserregern ausgesetzt.

Unter Trockenlandbedingungen so früh wie möglich in den Monaten mit den höchsten zu erwartenden Niederschlägen säen. Beachten Sie, dass die meisten modernen Hybriden nach etwa 3,5 Monaten abzutrocknen beginnen – dieser Zeitpunkt sollte für eine saubere Ernte in eine Trockenphase fallen.

Feldversuchsdaten bestätigen dies eindeutig: In einem Saatzeitversuch unter subtropischen Bedingungen mit drei verschiedenen Hybriden sank der Ertrag mit jeder Verzögerung der Aussaat deutlich. Der früheste Saattermin brachte bei allen Sorten durchweg die höchsten Erträge – bis zu 4.628 kg/ha in der besten Variante gegenüber nur 870 kg/ha beim spätesten Saattermin.

Die Schlussfolgerung ist einfach: Je länger die Vegetationsperiode, desto höher der Ertrag. Warten Sie nicht auf „perfekte“ Bedingungen, wenn die Bodentemperatur von 15 °C bereits erreicht ist.

Vergleichstabelle mit empfohlenem Standraum für drei Rizinus-Hybriden von Laboulet: LS Peter, LS Harold und LS Marilou
Empfohlener Standraum für die Rizinus-Hybriden von Laboulet – Zwergtypen ermöglichen bei engerem Standraum die Mähdruschernte.

Standraum: Keine Einheitslösung

Der Standraum zählt zu den folgenreichsten Entscheidungen bei der Aussaat von Rizinus. Er hängt vom Hybridtyp, vom Klima, vom Anbauverfahren und von der Bodenbearbeitungstechnik ab. Ein falscher Standraum beeinflusst nicht nur den Ertrag, sondern auch Pflanzenlänge, Verzweigung und Erntbarkeit.

Versuchsdaten mit einer Zwerghybride (H.343) bei 350 mm Niederschlag zeigten ein klares Optimum: 100 cm × 45 cm brachte mit 15,47 dt/ha den höchsten Ertrag – deutlich mehr als sowohl engere (60 × 15 cm) als auch weitere (200 × 100 cm) Anordnungen. Mit zusätzlicher Stickstoffdüngung erreichte die beste Variante 16,52 dt/ha.

Zwerghybriden – LS Peter und LS Harold

Die Rizinus-Zwerghybriden von Laboulet sind für die mechanisierte Landwirtschaft konzipiert. Ihr kompakter Wuchstyp (1,20–1,50 m Pflanzenlänge) ermöglicht die Mähdruschernte, und die synchron entwickelten Blütenstände sorgen für eine einheitliche Abreife.

  • LS Peter – Sehr früher Zwergtyp mit 4–5 synchron entwickelten Blütenständen. Empfohlener Standraum: 0,8 m Reihenabstand × 1 m Abstand in der Reihe. Das ergibt ca. 12.500 Pflanzen/ha.
  • LS Harold – Sehr früher Zwergtyp mit 3–4 Blütenständen und ausgezeichneter Standfestigkeit. Empfohlener Standraum: 0,8 m Reihenabstand × 0,5 m Abstand in der Reihe. Das ergibt ca. 25.000 Pflanzen/ha – eine höhere Bestandesdichte, die den Flächenertrag maximiert.

Der engere Abstand in der Reihe bei LS Harold (50 cm gegenüber 100 cm bei LS Peter) ist dank des kompakteren Verzweigungsverhaltens möglich. Beide Hybriden eignen sich für pneumatische Einzelkornsämaschinen ebenso wie für Sämaschinen mit Schrägscheibe.

Hochtyp – LS Marilou

LS Marilou ist eine Rizinus-Hybride vom Hochtyp mit sehr langen Pflanzen und hoher Wuchskraft. Empfohlener Standraum: 1 m Reihenabstand × 1 m Abstand in der Reihe (10.000 Pflanzen/ha). Aufgrund der Pflanzenlänge ist bei diesem Typ die Handernte angezeigt. Dank zahlreicher Blütenstände und hoher Biomasse ist LS Marilou die ertragsstärkste Wahl, wenn Arbeitskräfte für die Handernte verfügbar sind.

Manueller Anbau unter Trockenlandbedingungen

Unter Trockenlandbedingungen mit wüchsigen, mehrjährigen Sorten und Handaussaat wird ein weiterer Standraum empfohlen: 2 m Reihenabstand, mit 2 bis 3 Körnern je laufendem Meter in der Reihe. Nach dem Auflaufen (nach ca. zwei Wochen) auf eine Pflanze je Saatstelle vereinzeln. Das entspricht etwa 5.000 Pflanzen/ha bei einem Saatgutbedarf von 4 bis 6 kg.

Saattiefe und Sätechnik

Rizinussaat in die feuchte Bodenschicht in 4 bis 6 cm Tiefe ablegen. Die genaue Saattiefe richtet sich danach, wie schnell der Boden nach der Aussaat abtrocknet – flacher bei feuchten Bedingungen, tiefer bei rasch abtrocknender Oberfläche.

Rizinussaat benötigt je nach Bodentemperatur und Bodenfeuchte 8 bis 14 Tage bis zur Keimung. Einige entscheidende Punkte zur Sätechnik:

  • Wahl der Sämaschine – Pneumatische Einzelkornsämaschinen sorgen für die gleichmäßigste Ablage und einen geringeren Saatgutverbrauch. Alternativ eignen sich herkömmliche Sämaschinen mit Schrägscheibe. Säscheiben mit Zellen von mindestens 6 mm Dicke, 14 mm Länge und 5 mm Breite verwenden. Keine Säscheiben mit runden Löchern einsetzen – Rizinussaat bricht leicht, was zu schlechter Keimung führt.
  • Sägeschwindigkeit – Bei Sämaschinen mit Schräg- oder Horizontalscheibe 5 km/h nicht überschreiten.
  • Andruckrollen – Offene Andruckrollen verwenden, um einen guten Bodenschluss des Saatguts zu gewährleisten.
  • Saatmenge – Bei mechanisierter Aussaat mit 10.000 bis 22.500 Pflanzen/ha 5 bis 10 kg Saatgut je Hektar einplanen.

Trocknet der Boden nach der Aussaat schnell ab, verbessern Sämaschinen mit Räumern, die trockene Oberbodenschichten beiseiteschieben und die Ablage des Saatguts im ungestörten, feuchten Boden darunter ermöglichen, den Feldaufgang deutlich.

Checkliste zur Rizinusaussaat Schritt für Schritt: Bodenvorbereitung, Temperaturkontrolle, Saattiefe, Standraum und Zeitplan der Unkrautbekämpfung
Der Ablauf der Rizinusaussaat – von der Bodenvorbereitung bis zu den entscheidenden ersten 45 Tagen.

Düngung zur Aussaat

Der Düngebedarf variiert je nach Standort, doch Feldversuchsdaten zeigen eine klare Rangfolge der Nährstoffe für Rizinus:

  • Phosphat – deutliche Ertragswirkung. 30 bis 60 kg P-Äquivalent vor oder zur Aussaat ausbringen. In gemäßigten Klimazonen kann Phosphat beim Pflügen im Winter eingearbeitet werden. Versuchsdaten zeigen einen Ertragsanstieg von 16,6 dt/ha (ohne Phosphat) auf 23,0 dt/ha (hohe Phosphatgabe) – ein Plus von 39 %.
  • Stickstoff – mäßige Wirkung. 30 bis 60 kg N/ha in zwei Gaben ausbringen: die Hälfte zur Aussaat, die andere Hälfte als Kopfdüngung vor der Blüte (35–55 Tage nach der Aussaat). Stickstoffüberschuss vermeiden – er fördert üppiges vegetatives Wachstum und längere Pflanzen ohne Mehrertrag und erschwert die Ernte.
  • Kalium – keine Wirkung in den meisten Versuchen. Sofern kein ausgeprägter Mangel vorliegt, auf eine Kalidüngung verzichten. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Kaliumchlorid den Ertrag mindern kann.

Folgt Rizinus auf eine stark gedüngte Vorfrucht wie Luzerne, ist eine zusätzliche Düngung unter Umständen gar nicht erforderlich – die kräftige Pfahlwurzel erschließt Nährstoffe, die flacher wurzelnden Pflanzen nicht zugänglich sind.

Unkrautbekämpfung: Die entscheidenden ersten 45 Tage

Dies ist wohl der wichtigste Faktor der Bestandesführung im Rizinusanbau. Junge Rizinuspflanzen sind äußerst konkurrenzschwach gegenüber Unkraut, da die Kultur in den ersten sechs Wochen relativ langsam wächst. Nach etwa 45 Tagen haben die Pflanzen genügend Höhe und Blattmasse entwickelt, um Unkräuter auf natürliche Weise zu beschatten.

Die Ertragswirkung früher Unkrautkonkurrenz ist enorm. In einem Trockenlandversuch mit der Hybride 343:

  • Ohne Unkrautbekämpfung – 160 kg/ha
  • Unkrautfrei bis Tag 20 – 785 kg/ha
  • Unkrautfrei bis Tag 40 – 955 kg/ha
  • Unkrautfrei bis Tag 60 – 1.143 kg/ha
  • Unkrautfrei bis Tag 100 – 1.160 kg/ha

Die Daten sind eindeutig: Rizinus muss mindestens 45 Tage unkrautfrei gehalten werden. Danach unterdrückt die Kultur Unkräuter selbst, und weitere Maßnahmen bringen nur noch geringen Zusatznutzen. Auch der Ölgehalt steigt von 47 % (ohne Unkrautbekämpfung) auf über 50 % (Unkrautbekämpfung über die gesamte Saison), da Unkrautkonkurrenz zu tauben, schlecht ausgebildeten Samen führt.

Ein praxistaugliches Programm zur Unkrautbekämpfung umfasst:

  • Vorauflaufherbizide, die vor der Aussaat eingearbeitet werden.
  • Leichtes Blindstriegeln bis 5 Tage nach der Aussaat (die Keimlinge erscheinen nicht vor Tag 8).
  • Flache Hacke im Nachauflauf – entscheidend: Da Rizinus weit ausladende, flache Seitenwurzeln bildet, muss jede Bodenbearbeitung flach erfolgen. Tiefe Bearbeitung verletzt die Wurzeln und erhöht das Risiko von Welke durch Macrophomina phaseolina erheblich.

Der Reihenabstand von 0,8 m bei den Zwerghybriden von Laboulet (LS Peter und LS Harold) ist weit genug für eine mechanische Hacke zwischen den Reihen und macht die Unkrautbekämpfung auch auf großen Flächen praktikabel.

Grundlagen der Bewässerung

Rizinus reagiert gut auf Unterflurbewässerung, Furchenbewässerung und Überkopfberegnung. Liegt der Niederschlag während der Vegetationsperiode unter dem Minimum von 450–600 mm, ist eine Zusatzbewässerung erforderlich.

Unter Bewässerung sind ca. 600 mm Wasser über 4,5 Monate einzuplanen, verteilt auf Intervalle von 10 bis 14 Tagen. Einige zentrale Regeln:

  • Ab dem Vierblattstadium nicht mehr jede Reihe bewässern, sondern auf Bewässerung jeder zweiten Reihe umstellen, um eine tiefere Durchwurzelung zu fördern.
  • Die letzte Bewässerung drei Wochen vor der Ernte durchführen.
  • Welken unbedingt vermeiden – in der Jugendphase und während der Blüte. Pflanzen, die schon in den frühen Morgenstunden welken, bilden taube oder schlecht ausgebildete Samen, insbesondere bei ertragsstarken Hybriden.
  • Bei einem 7-tägigen Bewässerungsintervall regelmäßig auf Kapselschimmel kontrollieren – hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Pilzbefall an den Trauben.

Häufige Fehler bei der Aussaat

  • Zu tiefe Aussaat. Eine Saattiefe von mehr als 6 cm verzögert den Aufgang und setzt das Saatgut bodenbürtigen Krankheitserregern aus. Halten Sie in feuchtem Boden 4–6 cm ein.
  • Missachtung der 15-°C-Regel. Kalter Boden führt zu ungleichmäßigen Beständen, schlechter Keimung und höherem Krankheitsdruck. Warten Sie, bis in 20 cm Tiefe an drei aufeinanderfolgenden Tagen 15 °C gemessen werden.
  • Falsche Säscheiben. Runde Löcher beschädigen die Rizinussaat. Längliche Zellen verwenden (mindestens 6 × 14 × 5 mm). Auch Sägeschwindigkeiten über 5 km/h schädigen das Saatgut.
  • Vernachlässigte Unkrautbekämpfung nach der Aussaat. Ohne Unkrautbekämpfung kann der Ertrag von 1.160 auf 160 kg/ha einbrechen – ein Unterschied um das Siebenfache. Die ersten 45 Tage sind nicht verhandelbar.
  • Überhöhte Stickstoffdüngung. Mehr N bedeutet nicht mehr Ertrag, sondern längere, schwerer zu erntende Pflanzen und mitunter sogar Mindererträge, vor allem bei Ausbringung während der Blüte.
  • Tiefe Bodenbearbeitung nach dem Auflaufen. Die flachen Seitenwurzeln von Rizinus werden leicht verletzt. Über beschädigtes Wurzelgewebe dringt Macrophomina-Welke ein. Halten Sie jede Bearbeitung im Nachauflauf flach.
  • Einheitlicher Standraum für alle Hybriden. Eine Zwerghybride wie LS Harold bringt bei 0,8 × 0,5 m die besten Ergebnisse, ein Hochtyp wie LS Marilou benötigt 1 × 1 m. Folgen Sie der Empfehlung des Züchters – sie beruht auf dem Wuchstyp und dem Verzweigungsverhalten der Pflanze. Weitere Informationen zur Abstimmung der Genetik auf Ihr Anbausystem finden Sie im Beitrag Hybrid- oder traditionelle Rizinussorten.

Fazit

Die Aussaat von Rizinus ist nicht kompliziert, verzeiht aber keine Nachlässigkeit. Die Grundlagen sind klar: Eine Bodentemperatur von 15 °C abwarten, auf gut drainiertem Boden ein ebenes, feinkrümeliges Saatbett bereiten, in 4–6 cm Tiefe mit einem auf den Hybridtyp abgestimmten Standraum säen, Phosphat zur Aussaat ausbringen und den Bestand mindestens 45 Tage unkrautfrei halten. Werden diese Punkte beachtet, sind je nach Bedingungen und Sorte Erträge von 1.500 bis über 4.000 kg/ha erreichbar.

Die Wahl der Hybride – Zwergtyp, Halbzwergtyp oder Hochtyp – bestimmt Standraum, Ernteverfahren und Sätechnik. Laboulet Semences bietet Rizinus-Hybriden in allen drei Wuchstypen an, gezüchtet auf hohen Ölgehalt, breite Anpassungsfähigkeit und zuverlässige Leistung unter unterschiedlichsten Anbaubedingungen. Mit der richtigen Genetik und der Beachtung der Aussaatgrundlagen ist Rizinus eine wirtschaftliche Kultur, die zugleich die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Unsere Sorten: rizinus

Unsere Sorten: rizinus
SorteTypReife
LS HaroldDwarf castor beanVery early flowering and maturity
LS PeterDwarf castor beanVery early
LS SuziSemi-dwarf castor beanEarly
LS MarilouGiant castor beanSemi-early
Alle Sorten anzeigen →

Weitere Anbauratgeber

Zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026

Häufig gestellte Fragen

How deep should castor bean seeds be planted?

Plant castor bean seeds 3 to 5 cm (1.2-2 inches) deep in well-drained, warm soil. Deeper planting (up to 7 cm) is acceptable in light, sandy soils to maintain moisture contact. Shallower than 2 cm risks poor anchorage and bird predation.

When is the best time to plant castor beans?

Sow castor bean seeds when soil temperature at 5 cm depth has stabilized above 15°C (59°F) and frost risk has passed. In temperate zones this is typically late April to mid-May. Castor is a long-cycle crop (130-170 days) so early sowing maximizes the harvest window.

How long does a castor bean plant take to grow?

Castor beans require 130 to 170 days from sowing to full physiological maturity, depending on the variety and climate. Dwarf hybrids designed for mechanical harvest can complete the cycle in 130-150 days, while traditional tall types may need 160+ days.

How do you start castor bean seeds for the best germination?

Soak seeds in lukewarm water for 12-24 hours before sowing to soften the hard seed coat. Sow in moist, warm soil (15-25°C). Germination typically occurs in 7-14 days. Avoid waterlogged conditions, which cause seed rot.

What spacing should be used for castor bean planting?

For dwarf hybrid castor, a spacing of 70-80 cm between rows and 40-50 cm within row works well for mechanical harvest. Traditional tall varieties need wider spacing of 100-150 cm × 60-80 cm. Adjust based on soil fertility and water availability.

Can I grow castor beans from kernels collected from harvested seeds?

You can germinate seeds collected from castor plants, but for hybrid varieties the second-generation seed will not maintain hybrid vigor and oil-content traits. For commercial production, always source certified F1 hybrid seed from a breeder.

How to Plant Castor Bean Seeds

  1. Prepare the seedbed

    Plough or strip-till to 25-30 cm depth in autumn. Castor needs deep, loose soil to develop its taproot. Eliminate compaction and ensure good drainage — castor is intolerant to waterlogging.

  2. Wait for soil temperature to reach 15°C

    Measure soil temperature at 5 cm depth. Sow only when soil has stabilized above 15°C (59°F) and frost risk has passed. In temperate Europe this is typically late April to mid-May.

  3. Pre-soak the seeds for 12-24 hours

    Soak certified F1 hybrid seed in lukewarm water for 12-24 hours before sowing to soften the hard seed coat and accelerate germination. Drain well before drilling.

  4. Drill at 3-5 cm depth

    Sow seeds at 3 to 5 cm depth in moist soil. In light, sandy soils go up to 7 cm to maintain moisture contact. Use a precision row planter for uniform depth and spacing.

  5. Set the right spacing

    For dwarf hybrid castor: 70-80 cm between rows × 40-50 cm within row. For tall traditional varieties: 100-150 cm × 60-80 cm. Adjust to match your harvester row width if mechanical harvest.

  6. Monitor emergence

    Castor germinates in 7-14 days at 15-25°C soil temperature. Check field 5 days after sowing for emergence problems (crusting, slugs, birds). Plan a replant decision before day 12 if stand is below target.

  7. First weed control at 2-4 leaves

    Castor is slow to canopy and weak against early weed competition. Apply a pre-emergence herbicide before sowing or do a mechanical hoeing at 2-4 leaves. Keep weed pressure low for the first 6 weeks — after canopy closure castor outcompetes most weeds.

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